Archiv für Dezember 2015

Text von Anwohner*innen

Dieses Flugblatt zum Görli wurde uns zugeschickt, mit der Bitte um Veröffentlichung… machen wir doch gerne!

Nächstes Treffen / next meeting

Das nächste Treffen der Initiative „Görli 4 all“ ist am Donnerstag, 11.02.16, um 19 Uhr in der Regenbogenfabrik, Lausitzer Str.22, Kreuzberg).

The text meeting of the initiative „Görli 4 all“ is on thursday, 11.02.16, at 7 pm at Regenbogenfabrik, Lausitzer Str.22, Kreuzberg).

Veranstaltung Sa., 12.12.15: Polizeiliche Begleitung von Stadtumbau-Projekten

Infoveranstaltung, Diskussion & Cocktailtresen:

Die polizeiliche Begleitung von Stadtumbau-Projekten in Berlin und die
Rolle der LKA-Architektin Hermannsdörfer

Samstag, 12.12.15 // 19 Uhr // Meuterei (Reichenberger Str. 58,
B-Kreuzberg)

Dass sich sogenannte „Stadtentwicklung“ und sonstige Umbaumaßnahmen im
öffentlichen Raum auch an den von der Polizei formulierten Wünschen
orientieren, ist nicht neu, sondern passiert so schon seit
Jahrhunderten.

Beim Landeskriminalamt (LKA) Berlin arbeitet einigen Jahren eine
Architektin namens Hermannsdörfer, um diesen Einfluss der Polizei auf
Stadtplanung und bauliche Maßnahmen zu erweitern und zu
professionalisieren.

Polizeiliches Ziel bei Umbaumaßnahmen im öffentlichen Raum ist in der
Regel die Unterstützung der Verdrängung und Ausgrenzung sogenannter
„unerwünschter Nutzergruppen“ und die Erleichterung von
Polizeimaßnahmen. An einigen Beispielen wollen wir uns gemeinsam
anschauen, welche Polizei-Ziele konkret erkennbar sind und wie diese bei
verschiedenen konkreten Projekten (u.a. Bethanien/ Mariannenplatz und
Görlitzer Park) umgesetzt worden sind oder werden sollen.

Und natürlich wollen wir auch diskutieren, was wir diesen
Polizeimaßnahmen gemeinsam entgegensetzen können!

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Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit der Initiative
„Görli for All“ im Rahmen des Soli-Monat Dezember der Meuterei. Ab ca.
20:30 gibts hier leckere Soli-Cocktails gegen staatlichen Rassismus,
Abschiebungen und die Festung Europa.

Neue Umstrukturierungsmaßnahmen am Görli!

Neue Maßnahmen von Bullen und Bezirk zur Umstrukturierung des Görli zur Verdrängung aller unerwünschten Nutzer*innen sind angelaufen, geplant ist u.a. die Schließung von 4 Eingängen. Unterstützt werden diese Maßnahmen von der unsäglichen „Anwohnerinitiative Görlitzer Park“.

Lasst uns zusammen verhindern, dass der Görli ein Park wird, wo nur noch weisse Mittelschichts-Menschen willkommen sind!

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Aus der Berliner Zeitung:

Drogenkriminalität in Berlin-Kreuzberg Mauern gegen die Dealer im Görlitzer Park
Von Karin Schmidl

Bäume und Sträucher sind schon stark gekürzt, das Gebiet um den Görlitzer Park ist als Null-Toleranz-Zone deklariert. Doch noch immer greift die Drogenkriminalität auf der Anlage in Kreuzberg um sich. Nun sollen Umbaumaßnahme die Dealer vom Gelände fernhalten.

Vor einem Jahr wurden im Görlitzer Park Bäume und Sträucher rigoros beschnitten. Was viele Anwohner als Kahlschlag kritisierten, diente laut Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg vor allem dazu, das Verstecken von Drogen zu erschweren oder unmöglich zu machen. Das dichte Gebüsch in Berlins bekanntestem Drogenumschlagplatz, wo ungeachtet der seit einem Jahr geltenden Null-Toleranz-Politik, fast 1600 Anzeigen und 560 Festnahmen weiterhin gedealt wird, diente den Händlern als Vorratsbunker für ihre Drogen.

Jetzt hat Teil Zwei des Umbaus von Berlins bekanntestem Park begonnen. Insgesamt vier Eingänge werden geschlossen – an der Falckenstein- und der Cuvrystraße. Auch diese Maßnahme wird hauptsächlich damit begründet, die Drogengeschäfte zu minimieren. Viele Dealer haben an diesen Eingängen ihr „Hauptquartier“.

Parkmanager gesucht

Manche Zugänge wie die beiden im Umfeld des Teiches im südlichen Parkbereich sind nach Überzeugung von Landschaftsexperten aber auch schlicht unnötig geworden, weil Besucher die dortigen Neuanpflanzungen niedertrampeln könnten. Der Eingang zur Skalitzer Straße wird im Gegenzug zur Vierfach-Schließung erweitert und transparenter gemacht. Die Pfeiler werden auf Pollerhöhe gestutzt und die Mauer auf beiden Seiten durch Zäune ersetzt, um alles übersichtlicher zu machen.

Die Arbeiten sind Teil des Parkpflegekonzeptes, das die Verantwortlichen im Bezirk gemeinsam mit Landschaftsarchitekten ausgearbeitet haben und das bis nächstes Jahr umgesetzt werden soll. „Wir wollen, dass die Anwohner den Görli wieder betreten können, ohne Angst zu haben“, sagt Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne).

Mehr Übersichtlichkeit bedeutet auch, dass unfallträchtige Situationen zwischen Fußgängern und Radlern vermieden werden. Zu den baulichen Maßnahmen gehört zudem die Erweiterung des Kinderbauernhofes und die Neugestaltung des Spielplatzes am Rodelhügel im südlichen Parkteil, wo ein kostenfreies WC aufgestellt werden soll.

Lorenz Rollhäuser, Mitglied der Anwohnerinitiative, begrüßt die Arbeiten. Er sagt aber auch: „Im Park gibt es ein Sicherheitsproblem, das nicht zwingend mit den Dealern zusammenhängt.“ Raub und Diebstähle hätten generell zugenommen. Die Initiative schlägt deshalb die Installation von Parkläufern vor, die Besuchern erklären, was erlaubt ist und was nicht. Im Bezirksamt wird der Vorschlag mit Skepsis gesehen: Es sei nicht geklärt, welche Rechte Parkläufer hätten, die weder zum Ordnungsamt noch zur Polizei gehörten, heißt es. Aber einen Parkmanager soll es geben. Die Ausschreibung für den neuen Mitarbeiter, dessen Arbeit sich der Bezirk bis zu 80 000 Euro jährlich kosten lassen will, soll Anfang 2016 fertig sein.